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Radwallfahrt 2005

Radwallfahrt 2005
Datum:
Veröffentlicht: 18.6.05
Von:
Matthias Felber

Erste Radwallfahrt der Pfarrei Geiselwind am 18./19. Juni nach Gößweinstein - Erster Tag: Hinfahrt

Am 18. Juni 2005 um 06.30 Uhr waren die erste Radfahrer schon startbereit und suchten vergeblich nach den anderen Teilnehmern, die sich um diese Uhrzeit vor dem Pfarrheim treffen wollten. Erst nach und nach - manche noch etwas verschlafen - kamen die Radler zum Treffpunkt. Kurz vor halbacht waren wir dann komplett, d.h. 26 Radfahrer/Innen, die beiden Begleiter Helmut Stöckinger und Sebastian Felber, sowie unser Pater Richard, waren eingetroffen. Nach einigen Gebeten und dem Segen für die Reise ging es los. Pater Richard fuhr einige Kilometer mit uns, bevor er umkehrte. Gern wäre er dabei gewesen, doch seine Termine ließen die Teilnahme nicht zu.

Kühl war es noch, als der Konvoi die Schlüsselfelder Straße überquerte und sich auf dem Flurbereinigungsweg Richtung Schlüsselfeld in Bewegung setzte. Anfänglich wurden bange Blicke nach oben in den wolkenverhangenen Himmel gerichtet, ob es nicht doch zu regnen begänne. Aber Petrus hatte ein Einsehen mit uns. - Schnell hatten wir Schlüsselfeld hinter uns gelassen, waren an Wachenroth vorbei und hielten am ersten Pausenplatz bei der Hammermühle. Nach einer kurzen Wartezeit - dies sollte allerdings nie wieder vorkommen - trafen dann auch unsere Begleitfahrzeuge ein. Helmut und Sebastian hatten einfach nicht damit gerechnet, dass wir sooo schnell waren. - Unsere Fahrt führte uns recht eben weiter bis in die Nähe von Schlüsselau. Ursprünglich war für dort eine Andacht in der Wallfahrtkapelle geplant. Da dort Fußwallfahrer bereits Andacht am Wegkreuz bei Sambach  gemeldet waren, hatten wir umdisponiert und an einem Wegkreuz bei Sambach unter freiem Himmel einige Gebete gesprochen. Danach wurde ausgiebig Brotzeit gemacht; ein regelrechtes Büfett u.a mit heißem Leberkäs' und frischen Brötchen, heißem Kaffe und Kuchen, sowie Obst und Süßigkeiten und natürlich gekühlten Getränken, war aufgebaut worden. - Ausgeruht und gestärkt führten uns dann Dr. Herbert Müller und Alfred Eitel, die die Tour ausgekundschaftet und die Route geplante hatten, zum nächsten Pausenplatz in Hirschaid. Zügig kamen wir auf gut ausgebauten Wegen voran. Die Temperatur war auf noch angenehme 26 Grad gestiegen, da die Wolkendecke aufgerissen war. Dennoch waren wir hoch erfreut, als wir den grünen VW-LT der Schreinerei Baier und den weißen Lammswirt-Caddy sahen. Nur eine kurze Trink- und Erholungspause gönnten uns diesmal unsere beiden Anführer und trieben uns bald zum Aufbruch. - Gut gelaunt fuhren wir einige Kilometer am Rhein-Main-Donau-Kanal entlang - und verdrängten, dass es irgend wann auch bergauf gehen musste. Darauf brauchten wir auch nicht lange zu warten. Kurz nach Buttenheim war der erste Anstieg da. In der Ortschaft ging es ziemlich steil bergauf. Nicht nur die Damen hatten mit der Steigung Probleme. Hier zeigte sich schon, was Kameradschaft bedeutet; Stefan Rückel, einer der besten Sportler der Gruppe, griff beherzt zu und schob manche der Damen spielerisch den Berg hoch. Oben wurde kurz gesammelt und der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen, bevor es weiterging. Nach einigen Kilometern erwartete uns der "richtige Anstieg", der uns auf die Höhe von Burg Feuerstein, unserem nächstes Zwischenziel, bringen sollte. Die Sportler unter uns fuhren die paar Kurven locker hoch; die Wochenendradfahrer fuhren so weit sie kamen und schoben den Rest, und die Gelegenheitsradler ließen sich von Sebastian nach oben bringen. So kamen alle mehr oder weniger problemlos oben an. Dann sahen wir schon in der Ferne Burg Feuerstein und mancher schickte ein Stoßgebet gen Himmel, diesen Abschnitt auch fast geschafft zu haben. Die Andacht wurde mit rhythmischen Liedern von Reinhold Eyselein, Pauline und Matthias Felber begleitet.

Auf der wenig befahrenen, gut ausgebauten Straße ließen wir die Pedale schwirren und kamen so alle gegen 14 Uhr an. Im unteren Gebetsraum des kreisrunden Gebäudes, der sog. Unterkirche, hielten wir eine rhythmische Andacht. Reinhold Eyselein, Pauline Felber und ich sorgten für die musikalische Begleitung; Thomas Reinlein und Stefan Rückel beteten vor. Sie konnten Fürbitten, Meditation und die Gebete aus dem 20seitigen Wallfahrerheft, das speziell für unsere Radwallfahrt zusammengestellt wurde, der Reihe nach vorlesen. Nach der etwa 30minütigen Andacht, freuten sich alle schon auf die ausgiebige Pause im Schatten der hohen Bäume auf dem Parkplatz unterhalb der Burganlage. Helmut und Sebastian hatten sich wieder ins Zeug gelegt und mächtig aufgefahren, so dass sich alle nach Herzenslust laben konnten. ... und schnell einmal zu Hause anrufen!

Auch der Anruf zu Hause durfte nicht fehlen. Dann wurde wieder zum Aufbruch geblasen. - Steil - sehr steil - führte uns die Straße abwärts nach Ebemannstadt. Vorsichtig fuhren wir hinunter. Wie auch auf der gesamten Tour fuhr ich als Schlussfahrer, und natürlich an der steilsten Stelle wurde mein Hinterreifen platt. Aber Rettung nahte bald. Es klappte alles wie am Schnürchen: Sebastian nahm mein Fahrrad und mich auf und fuhr mich zum Sammelplatz am Ortseingang von Ebermannstadt. Ruck zuck tauschte Mathias Zink in kürzester Zeit den defekten Schlauch gegen einen neuen aus.

"Der landschaftlich schönste Teile der Tour durch das Wiesenttal liegt vor uns", verkündete Herbert vor der Weiterfahrt. Und so war es denn auch. Durch typische Dörfer schlängelt sich eine verschlafene Straße, die im krassen Gegensatz zur vielbefahrenen B 470 steht. Bald verließen wir den idyllischen Weg. Auf unterschiedlich befestigten Wegen, berg auf, berg ab, immer im Wald entlang, strampelten wir unserem Tagesziel entgegen. Unendlich lang kamen mir - und nicht nur mir - die letzten Kilometer bis zur Behringers Mühle vor. Vor dem Anstieg nach Gößweinstein pausierten wir nochmals. "1 km Gößweinstein" lasen wir auf dem Wegweiser. Aber dieser eine Kilometer hatte es in sich. 18 % Steigung mussten wir bewältigen. Hochfahren wollte diesen Berg keiner von uns, ja sogar beim Schieben standen uns die Schweißperlen auf der Stirn und der Puls ging steil nach oben. "Gott sei Dank, nur einen Kilometer", dachte ich. Auch Sebastian plagte sich mit dem LT: im ersten Gang krabbelte er - nur wenig schneller als wir selbst - den Berg hoch. Aber es lohnte sich. Gegen 17.30 Uhr hatten wir unser Ziel war erreicht. - Pater Placido, ein brasilianischer Fransiskanerpater, und zwei Ministranten begrüßten uns ganz herzlich und geleiteten uns zur Basilika, wo er uns auch liturgisch willkomen hieß. Im Scheffel-Gasthof, gleich unterhalb der Basilika, bezogen wir Quartier. Um 19 Uhr zelebrierte Pater Placido für uns das Wallfahreramt. - Dann ging es zum gemütlichen Teil des Abends. Persönliche Eindrücke und Erlebnisse wurden schon beim Abendessen ausgetauscht. Manche ratschten bis in den späten Abend, genossen die Gemeinschaft mit den anderen und ließen den Abend bei einem Glas Wein oder einem dunklen Bier ausklingen.