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Pfarrer Wolfgang Dettenthaler über die Rückkehr zu öffentlichen Gottediensten

Segen
Datum:
Veröffentlicht: 13.5.20
Von:
B. Neuner

Vorwort aus der aktuellen Pfarrinfo Mai 2020

Wir leben noch immer in der völlig neuen Situation, die niemand bisher so erlebt hat. Nun sind wieder öffentliche Gottesdienste erlaubt. Trotzdem verfolgen alle täglich die neuesten Entwicklungen: In welche Richtung geht es in den kommenden Monaten - eine weitere Öffnung hin zum normalen Alltag oder wieder zurück in die bekannten Einschränkungen? In diesem Spannungsfeld stehen auch wir als Kirche und fragen: wie sollen wir in dieser Zeit miteinander Gottesdienst feiern? Die allgegenwärtige Sorge um eine fortschreitende Ausbreitung des Corona- Virus hat zu strengen Auflagen des Infektionsschutzes geführt, die in unseren Gotteshäusern zu erfüllen sind. Als besonders anspruchsvoll erweisen sich die Vorgaben, die mit dem Empfang der Heiligen Kommunion verbunden sind. Grundsätzlich sollen sich die Gläubigen in der Kirche nicht näher als zwei Meter kommen. Für das Austeilen der Kommunion gelten deshalb noch stärkere Hygienevorschriften, um das Infektionsrisiko zu vermeiden.In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: ist eine würdige Feier der Eucharistie überhaupt möglich?

Liebe Angehörige der Pfarreien,

Wir leben noch immer in der völlig neuen Situation, die niemand bisher so erlebt hat. Nun sind wieder öffentliche Gottesdienste erlaubt. Trotzdem verfolgen alle täglich die neuesten Entwicklungen: In welche Richtung geht es in den kommenden Monaten - eine weitere Öffnung hin zum normalen Alltag oder wieder zurück in die bekannten Einschränkungen?

In diesem Spannungsfeld stehen auch wir als Kirche und fragen: wie sollen wir in dieser Zeit miteinander Gottesdienst feiern? Die allgegenwärtige Sorge um eine fortschreitende Ausbreitung des Corona- Virus hat zu strengen Auflagen des Infektionsschutzes geführt, die in unseren Gotteshäusern zu erfüllen sind. Als besonders anspruchsvoll erweisen sich die Vorgaben, die mit dem Empfang der Heiligen Kommunion verbunden sind. Grundsätzlich sollen sich die Gläubigen in der Kirche nicht näher als zwei Meter kommen. Für das Austeilen der Kommunion gelten deshalb noch stärkere Hygienevorschriften, um das Infektionsrisiko zu vermeiden.In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: ist eine würdige Feier der Eucharistie überhaupt möglich?

Deshalb halte ich eine stufenweise Rückkehr zu normalen Gottesdiensten für sinnvoll. Wir alle müssen erst Erfahrungen mit einem Gottesdienst unter solchen schweren Bedingungen sammeln. Dann sehen wir klarer, was hygienisch möglich und liturgisch passend ist.

Das bedeutet: zu Beginn der Probe-Phase gibt es an Samstag und Sonntag Wort - Gottes - Feiern ohne Kommunionempfang und an den Werktagen Maiandachten mit eucharistischer Anbetung. So können wir der Sehnsucht nach der Heiligen Kommunion in verschiedenen Schritten begegnen.

Diese Beobachtungszeit soll zunächst bis Christi Himmelfahrt ( 21.5. ) dauern. Dann sehen wir hoffentlich klarer, wohin sich die Pandemie entwickelt. Aus der Erfahrung mit dieser ungewöhnlichen Form der Gottesdienste fällt es dann leichter zu beurteilen, wann eine wirkliche Eucharistie - Feier wieder möglich ist.

Sicherheitshalber geht die vorläufige Gottesdienstordnung aber bis Pfingstmontag. Bitte achten Sie auf mögliche Änderungen bis dahin.

Was ist bei der Rückkehr der öffentlichen Gottesdienste am wichtigsten?

Für mich gilt: Die Gesundheit der Gläubigen steht an erster Stelle! Soweit es mir möglich ist, will ich die Ausbreitung des Corona-Virus verhindern. Wenn alle zusammenhelfen, kommen die normalen Zeiten hoffentlich in absehbarer Zeit zurück.

Wir dürfen jetzt wieder öffentliche Gottesdienste feiern.

Seien wir dankbar für dieses Geschenk und bewahren wir es gut.

Aber der neue Beginn bedeutet nicht, daß wir nun gleich zum gewohnten kirchlichen Leben zurückkehren. Die Pandemie wird uns wohl leider noch weiter beschäftigen und wirft ihre Schatten auf das gesamte restliche Jahr.

Darum fällt es auch schwer, irgendwelche konkreten Termine für die nächsten Monate festzulegen. Es wird viele Fragen geben, für die wir heute noch keine Antwort haben.

Die Fastenzeit dauert heuer viel länger als üblich. Sie hat mit Ostern nicht ihr Ende gefunden. Auf dieser langen Strecke können wir aber auch Neues entdecken: wenn wir - in eingeschränkter Form - miteinander in der Kirche beten, ist unser Herr J esus Christus auch in unserer Mitte gegenwärtig: in der versammelten Gemeinde und in seinem Wort. Der Gottesdienst am Sonntag ist möglich, auch wenn es keine Eucharistie ist. Die Wort-Gottes-Feier ist ein anderer Gottesdienst, aber sie begleitet uns gut auf dem Weg zur tiefsten Gemeinschaft mit Jesus Christus in der Heiligen Kommunion.

Völlig neue Situationen haben die Kirche auch immer dazu geführt, sich zu fragen: Was ist unser Auftrag für die Zukunft? Diesen wollen wir erkennen und im Vertrauen auf Gottes Führung miteinander gehen.

Mein Dank geht an alle, die in dieser schwierigen Zeit bereit sind, durch ihre Mithilfe die Auflagen und Vorgaben zu erfüllen. Es sind nun ganz neue Dienste gefordert. Danke auch Ihnen, die sich auf den tastenden Weg in das Unbekannte einlassen und auf Gottes Hilfe vertrauen.

Dazu bitte ich um seinen Segen für Sie alle und Ihre Familien.

Ihr Pfarrer

Wolfgang Dettenthaler


Veröffentlicht in der Pfarrinfo Mai 2020